Lebensfragen - Menschen im Gespräch mit Bischof Kohlgraf und Anja Schneider #43
Shownotes
Sie war die Muse von Karl Lagerfeld und gehört neben Claudia Schiffer, Heidi Klum und Tatjana Patitz zu den bekanntesten deutschen Models: Nadja Auermann. Im Podcast „Lebensfragen“ aus dem Bistum Mainz ist sie nun von einer ganz anderen Seite zu erleben. In der aktuellen Folge spricht Auermann mit dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf und der Journalistin Anja Schneider über persönliche Wendepunkte, ihren Glauben und die Bedeutung ihrer Taufe: 2020 ließ sich die bis dahin konfessionslose Auermann römisch-katholisch taufen. Der Podcast trägt den Titel „Über Glamour und Glaube. Supermodel Nadja Auermann und die katholische Kirche“.
Koordination & Redaktion: Annette Wiesheu Schnitt & Produktion: narrato media
Der Podcast "Lebensfragen" ist Teil des Programms der Akademie des Bistums Mainz
Transkript anzeigen
00:00:00:
00:00:10: Hallo!
00:00:12: Unser heutiger Gast Natja Auermann.
00:00:14: Sie hat in der internationalen Mode Karriere gemacht, als Supermodel der neunziger Jahre war sie Muse für Karl Lagerfeldt, präsentierte Kollektionen von Dior über Prada bis hin zu Versace – war Lieblingsmodell namhafter Fotografen!
00:00:31: Bis heute berichten große Modemagazine wie die Vogue über sie und kürzlich war sie zu Gast als Jurorin bei Germany's Next Top Model.
00:00:39: Doch Natja Andererweise Schlagzeilen, sie ließ sich vor rund fünf Jahren taufen.
00:00:46: Über Glamour und Glaube und ihren Weg zur katholischen Kirche sprechen wir jetzt mit ihr!
00:00:52: Sie ist uns zugeschaltet aus Dresden.
00:00:55: Hallo Natja Auermann
00:00:57: Ja hallo.
00:00:58: aus Dresten freue mich
00:01:01: Die Supermodels der neunziger Jahre mit viel Glamour und internationaler Berühmtheit eines der Phänomene, der Mode.
00:01:10: Und Sie teilen davon.
00:01:12: in welchem Moment haben sie erstmals gemerkt?
00:01:15: Wow!
00:01:15: Ich bin eine Person des öffentlichen Lebens und viele kennen mich.
00:01:20: für mich war das sehr überraschend.
00:01:22: ich habe gerade angefangen meine ersten Motenschauen gemacht Da bin ich abends über eine Brücke in Paris, ich habe damals in Paris gelebt und eben auch angefangen zu arbeiten als Model.
00:01:37: Und da haben auf dem gegenüberliegenden Ufer Leute meinen Namen gerufen und da war ich dann doch etwas erstaunt weil angenommen habe, dass eigentlich so diese Modewelt eher von Fachpublikum verfolgt wird und die normalen Menschen sich gar nicht unbedingt dafür interessieren.
00:01:59: Da hatten Sie das Abitur in der Tasche?
00:02:02: Ich war neunzehn genau als ich angefangen hab also nach dem Abi dann Sommerurlaub und dann bin ich nach Paris.
00:02:10: Die Öffentlichkeit war neu für Sie und dann kamen sicher noch viele andere Dinge neu hinzu, umgeben zu sein von berühmten Persönlichkeiten.
00:02:18: Das erste Mal Otkotür!
00:02:21: Was war für sie damals Luxus?
00:02:24: Ich glaube für mich war immer schon Luxus Zeit zu haben und frei zu sein also die eigenen Entscheidungen treffen zu dürfen was man macht was man nicht machen möchte Und natürlich sind tolle Outfits oder schöne Schuhe und Handtaschen, handgefertigte Kleidungsstücke die in den teuersten Stoffen teilweise mit Gold bestickt und perlen.
00:02:54: Und weiß ich nicht das ist natürlich ganz extremer Luxus.
00:02:59: Ich fand es sehr schön in dieser Welt Anteil haben zu dürfen aber ja war für mich jetzt nicht der zentrale Punkt, dass ich das als Luxus empfunden habe.
00:03:11: Wenn wir jetzt mal bei diesem materiellen Luxus bleiben haben Sie sowas schon mal erlebt?
00:03:16: Bischof Kulgraf?
00:03:18: Ich glaube auf andere Art und Weise.
00:03:19: also Kleidung war für mir nie das Symbol für Luxus auch wenn ich jetzt sagen muss ich bin in einer Familie groß geworden als Kind.
00:03:30: Wir waren nicht arm Das muss ich deutlich sagen aber man musste sehr genau auf den auf den Fennig oder die Marc auch achten, sodass also Kleidung jetzt schon auch etwas war, worauf das Geld geachtet wurde.
00:03:44: Was für mich so heute Luxus ist muss ich sagen dass ich gut essen kann, dass sich eigentlich sorgenfrei leben kann.
00:03:52: Das hätte ich mir so als Kind in der Form nicht gedacht und ich bin mir bewusst, dass das für viele Menschen in der Welt Alltag ist auch hier schon in meinem Bistum, in meiner Stadt.
00:04:03: Das unterscheidet mich manchmal schon von vielen Menschen glaube ich.
00:04:07: Ja, ich meine auch beruflich dass man die Freiheit hat den Weg gehen zu dürfen, den man sich selber erträumt und ersehnt auf wenn es zum Beispiel nicht unbedingt immer Freizeit bedeutet sondern eben das man seine eigenen Entscheidungen auch treffen darf.
00:04:22: Das glaube ich ist auch etwas was man manchmal als so selbstverständlich sieht.
00:04:28: Aber ich denke, in vielen Ländern der Welt ist das eben überhaupt nicht gegeben.
00:04:32: Dass man zum Beispiel über seine Schulbildung frei entscheiden darf oder danach seine Karriere Chancen oder beruflichen Ideen auswählen darf.
00:04:42: Das denke ich wirklich etwas, dass wir Deutschland und Europa manchmal vergessen, was ganz Tolles ist, was wir haben – diese Freiheit!
00:04:52: Also das finde ich jetzt für mich interessant.
00:04:54: Das hätte ich tatsächlich gar nicht mit Luxus verbunden.
00:04:56: Aber wenn ich meinen Beruf anschaue, mache einen Beruf den ich für sehr sinnvoll halte wo ich viel gestalten kann.
00:05:02: Hätte ich bisher nicht als Luxus betrachtet.
00:05:04: aber im Vergleich zum manchem Menschen je nachdem welche Arbeit er nachgeht oder vielleicht gar keine Arbeit hat ist das natürlich auch eine Form von Lebensgefühl für die man dankbar sein könnte?
00:05:14: Absolut!
00:05:16: Als junge Frau jede Menge Glanz und Glamour erlebt.
00:05:21: Wie war es zuvor für Sie als junges Mädchen, wo erlebten sie da in Ihrer Kindheit?
00:05:30: Glamours?
00:05:30: gab es da so etwas wie GlamOUR?
00:05:33: Ich bin bei einer alleinerziehenden Mutter groß geworden.
00:05:35: Meine Eltern haben sich getrennt, als ich zwei war oder gerade zwei ... Deshalb hatte meine Mutter jetzt auch nicht übermäßig Geld.
00:05:44: Ich musste die Kleidung meiner Schwester auftragen, was mich jetzt nicht gestört hat, weil ich die toll fand.
00:05:50: Ich wollte immer die Sachen von meiner Schweste haben, weil war mein großes Vorbild.
00:05:55: Ich bin halt leider auch sehr schnell gewachsen und dann gab's dann diese Bänder, die man unten an die Hosen näht.
00:06:01: Ich weiß nicht ob sie das noch kennen so in den Siebzigern um die Hose ein bisschen länger tragen zu können auf wenn sie eigentlich zu kurz geworden sind.
00:06:10: also von Klamotten her haben wir jetzt nicht im wahnsinnigen Glamour gelebt.
00:06:16: aber es hat uns auch an nichts gefehlt.
00:06:18: Aber der Glamor Faktor kam bei mir durch.
00:06:21: meine Großmutter, meine Großmütter war Opernsängerin.
00:06:26: Das hat sie auch bis ins hohe Alter, also bis sie gestorben ist.
00:06:30: Diese Stevenhafte, diese Inszenierung ihrer Person als Operndieber hat sie eben bis zu ihrem Tode zelebriert und das hat mich schon inspiriert.
00:06:44: In Ihrer Kindheit mussten Sie Erkrankungen erleben, sie wurden dreimal an der Niere operiert und sagen nach der dritten OP im Alter von neun Jahren wären Sie fast gestorben.
00:06:56: Welche Erfahrungen aus dieser Zeit bewegt Sie bis heute?
00:07:01: Das ist richtig.
00:07:02: also ich wurde mit vier das erste Mal operiert.
00:07:04: da hat man natürlich noch nicht so die ja dass das Verständnis dafür was da eigentlich mit einem passiert dann mit sechs Gleich klar, dass es so lebensbedrohlich war.
00:07:18: Das ist mir eigentlich erst von meiner Mutter mit, glaube ich,
00:07:22: ca.,
00:07:22: circa, achtzehn-neinzehn geschildert worden, dass sich da bei der OP Beiner gestorben wäre.
00:07:29: Das Interessante dabei war, dass diese Erkrankung von mir einen Diskurs mit meiner Schwester ausgelöst hat, weil ich war zu dem Zeitpunkt sehr gläubig.
00:07:41: Also ich habe auf jeden Fall an Gott geglaucht.
00:07:43: Ich bin aber in einer Familie groß geworden oder auch nach Gesellschaft.
00:07:49: also ich würde jetzt gar nicht nur sagen dass es in meiner Familie so war sondern in Berlin ist das glaube ich relativ verbreitet, dass man eher atheistisch ist und nicht unbedingt an Gott oder die Kirche so glaubt Und ich habe aber als Kind immer das Gefühl gehabt, dass irgendwie Engel um mich sind oder ich irgendwie beschützt werde.
00:08:11: Oder es da eine Präsenz ist und hab deswegen immer an Gott geglaubt.
00:08:16: Meine Schwester hat das so mit dem Glauben an den Weihnachtsmann gleich getan, ein bisschen ins Lächerliche gezogen und hat dann eben, als ich operiert wurde ... Als ich sterbenskrank war Dann eben gemeint, wo ist denn jetzt dein Gott?
00:08:32: Warum will Gott dass du vielleicht hier stirbst.
00:08:36: Als kleines Mädchen hatte ich da Schwierigkeiten darauf was zu sagen und zu antworten Und mit neun war es dann soweit das ich endlich eine Antwort parat hatte und die war Dass der Meinung war, dass Gott wollte, dass sich erkennen wie wertvoll das Leben ist.
00:08:54: Wenn er wirklich gewollt hätte, dass ich sterbe hätte er mir keine Ärzte zur Seite gestellt, die mein Leben retten oder gerettet haben.
00:09:05: Und glaube ich gerade durch diese letzte OP, wo ich wirklich fast gestorben wäre?
00:09:11: Ist das eben auch passiert, dass sich gemerkt habe, nee, ich möchte noch leben!
00:09:15: Ich möchte jeden Tag der mir jetzt noch verbleibt erkennen, dass es ein Geschenk ist am Leben zu
00:09:21: sein.".
00:09:22: Wenn man das so hört, klingt das nach ... wirklich vielen Herausforderungen für ein Kind.
00:09:27: und dazu dann noch diese großen Fragen nach Gott.
00:09:30: Bischof Kulgraf, was hätten Sie der jungen Natja und Ihrer Schwester damals gesagt?
00:09:37: Ob ich etwas besseres hätte sagen können als das, was sie gerade für sich entdeckt haben.
00:09:42: denn natürlich ist die Frage nach dem Sinn von Krankheit, von Leid eine Sache, die keine allgemeine Antwort findet sondern Sie haben für sich eine individuelle Antwort gefunden, um dieser Situation einen Sinn abzugewinnen.
00:09:59: Und das ist, glaube ich, eine sehr persönliche Entscheidung, das so zu tun und das mit dem Glauben zu verbinden.
00:10:08: Das kann aber, wie Sie es jetzt auch gemacht haben eigentlich immer nur jemandem für sich ganz individuell finden.
00:10:14: Als Theologe kann ich natürlich versuchen, auch allgemeinere Antworten zu finden die mich im letzten alle nicht zufrieden stellen.
00:10:21: Warum es Leid gibt, warum Menschen leiden?
00:10:24: Die einen mehr die anderen weniger.
00:10:26: also alle Antworten die irgendwie so in der langen Tradition auch in der Bibel sich finden überzeugen am Ende nicht.
00:10:32: ich denke an das Buch hier beim Alten Testament wo auch ein Mann alle Leiden dieser Welt durchmacht.
00:10:37: also er wird krank, er verliert seine Kinder, er verlieht seine Existenz und seine Freunde kommen dann und geben ihm gute Ratschläge.
00:10:44: du musst Du musst gesündigt haben, das muss einen Grund haben und Theop verweigert das Ganze.
00:10:50: Und sagt nein ich lass mich davon nicht überzeugen Ich habe keine Sünde begangen und für mich ist es rätselhaft und ich kann das eigentlich auch nicht akzeptieren.
00:10:59: Er hardert mit Gott.
00:11:00: also Gott ist für ihn nicht so nur der gute und am Ende wird er bestätigt in dem Gott sagt ja Eigentlich kannst du meine Wege auch nicht erkennen.
00:11:08: Also da ist eine Geschichte im alten Testament die deutlich zeigt Die Freunde stehen eigentlich glaubenden Menschen, die auf alles eine einfache Antwort haben.
00:11:19: Eine korrekte Antwort und das geht nicht!
00:11:22: Der Job muss auch persönlich sozusagen seine Glaubensantwort geben.
00:11:27: Ich habe mal in einem theologischen Buch so ein Gedanken gefunden der mir so ein bisschen hilft allgemein auf die Frage zu antworten warum es Leid gibt.
00:11:35: Krankheit gibt im Leben von Menschen.
00:11:38: Da heißt es, Gott hat nicht nur den Menschen sondern der ganzen Schöpfung so etwas gegeben wie Freiheit.
00:11:43: Es gibt in der Schöpfung Freiheit Zufall, es gibt freiheitliche Entwicklung und Krankheiten entstehen ja auch dadurch dass Dinge sich im Körper so entwickeln das sie dem Menschen schaden.
00:11:56: aber das sind dann eben keine gesteuerten Prozesse sondern das sind freiheitlichen Prozeste der Schöffung.
00:12:01: Der eine bleibt gesund, der andere wird krank.
00:12:04: Aber das jetzt mit dem Glauben zu verbinden, das ist immer noch eine ganz individuelle Geschichte.
00:12:09: Ja ich habe auch damals oft das Gefühl gehabt oder mich gefragt ob es vielleicht auch dazu da war dass meine Eltern wieder zusammenkommen.
00:12:18: Kinder wünschen sich natürlich irgendwie auch wenn die Eltern sich getrennt haben Dass sie doch über die Liebe zum Kind wieder zueinander finden.
00:12:29: Man kann sich dann eine Menge Gedanken zu machen Und am Ende habe ich halt dann für mich das Gefühl gehabt, dass es eben auch für mich wichtig war zu erkennen, dass ich jetzt nicht nur für die gescheiterte Beziehung meiner Eltern zuständig bin.
00:12:45: Sondern dass ich einfach das Leben zu lieben bereit bin und das Wunder des Lebens als Geschenk wahrnehme und loslasse.
00:12:56: Dass eben das nicht mehr zu kitten ist.
00:12:58: vielleicht mit den Eltern.
00:13:01: Mit zunehmendem Alter hat sich dann ja, als sie in die Pubertät gekommen sind natürlich auch noch mehr verändert.
00:13:08: Auch der Körper ... Wann haben Sie dann als Mädchen wahrgenommen das andere über ihren Körper geurteilt haben?
00:13:18: und wie hat sich das verändert?
00:13:20: Ja gut, also ich glaube das ist bei mir nicht groß anders als bei den meisten Heranwachsenen.
00:13:26: Man muss erstmal damit sich wieder anfreunden mit dem neuen Körper, den man auf einmal bekommt und man vergleicht sich dann... man möchte eigentlich immer so sein wie alle anderen auch und nicht irgendwie größer oder kleiner oder dicker oder dünner.
00:13:42: dem Durchschnitt entsprechen.
00:13:44: und so wie man halt aus dieser durchschnittlichen Maße heraussticht, egal welche Richtung ist das erstmal ein Angriffspfläche für die anderen.
00:13:55: Aber auch für einen selber unangenehm weil man eben auffällt und angeguckt wird und angestarrt wird.
00:14:02: also seitdem ich junges Mädchen bin wurde ich eigentlich immer schon angegückt und habe früh gelernt das zu ignorieren dass dass ich auffalle, dass ich anders bin als andere und irgendwann dann eben auch das Selbstbewusstsein entwickelt zu akzeptieren.
00:14:21: Dass ich halt so bin wie Gott mich geschaffen hat und dass es vielleicht auch in Ordnung so ist.
00:14:28: Bischof Kulgraf Sie haben eine Weile an einem Meeting-Gymnasium unterrichtet?
00:14:33: Inwiefern haben sie da erlebt, dass für Mädchen das äußere Thema war?
00:14:38: Also Kleidung war immer sehr wichtig, das habe ich festgestellt.
00:14:41: Auch natürlich stimmt der Schönheitsideale, die man medial vermittelt bekommt.
00:14:45: Das spielte schon eine Rolle.
00:14:47: War aber auch bei Jungen – ich war vorher an einer anderen Schule, wo auch Jungen waren – in einer anderen Form nicht unwichtig, also ob jemand sportlich war oder ein dünnes Klappergestell oder etwas kropolenter.
00:15:00: Da spielten schon auch eine Rolle in der Bewertung von Menschen.
00:15:03: Wie die Mode sich verändert im Laufe der Jahre, so verändern sich natürlich auch Schönheitsideale.
00:15:07: Also wenn man sich so den Kunst der letzten Jahrzehnte, Jahrhunderte anschaut, es gab mal eine Phase wo eher korpulente Menschen als schönheitsideal galten oder blassemenschen und nicht von der Sonne gebräunte.
00:15:20: also das hat sich ja auch verändert.
00:15:22: aber ich glaube heute sind Mädchen so habe ich's erlebt an der Schule tatsächlich sehr stark geprägt von Schönheitsidealen, die ihnen im Netz also präsentiert werden.
00:15:31: Und dann natürlich Mode-Labels und so etwas spielen schon auch eine wichtige Rolle wobei ich dann auch sagen muss das war natürlich immer auch ein Druck auf Mädchen zum Beispiel, deren Familien sich das nicht leisten konnten.
00:15:43: es kommt nicht von ungefähr dass eigentlich auch in den letzten Jahren immer wieder auch so Diskussionen etwa über Schuluniformen hochkommen um solche Unterschiede letztlich oder sozialbedingten Unterschiede wenigstens in der Schule auszuklammern.
00:15:59: Ich bin auch ein großer Befürwort auf... von Schuluniformen.
00:16:04: Die Englennamen, die kreativsten oder mit die k creativsten Modedesigner schlechthin ob es jetzt Vivian Westwood war oder John Galliano Stil zu haben ist nicht davon abhängig dass man in der Schule sich Materialschlachten ausgesetzt sieht und da werden vielen Menschen mit geholfen wenn man diese Schulunform hätte.
00:16:27: Wenn wir jetzt nochmal zum Modeln gehen, bei Modeln gilt ein hartes Diktat.
00:16:33: Der Beruf kann Menschen auch zerstören?
00:16:36: Wie sehen Sie das?
00:16:37: Hatten sie einen Schutzengel oder wie kamen Sie da durch?
00:16:40: Ja also ich denke dass die Modellindustrie natürlich auch ihre Schattenseiten hat.
00:16:45: Da gibt es natürlich auch eine Missbrauchsgesellschaft, die parallel dazu vorhanden ist.
00:16:52: Und insofern muss ich sagen, gerade wenn man jetzt so die Appstein-Falls sich ansieht kann ich auch wiederum nur Gott danken dass ich anscheinend ein Schutzengel hatte.
00:17:02: weil mir persönlich nichts in der Hinsicht passiert ist.
00:17:07: Mir wurden zum Beispiel nie Drogen oder irgendwas angeboten und im Nachhinein denke ich, da muss ein Schutzänger gewesen sein, der mich davor beschützt hat, dass ich nicht von irgendjemandem unter Drogen gestellt wurde und dann vielleicht irgendwie misshandelt wurde oder so.
00:17:25: Das sehe ich in der Tat so, das da jemand auf mich ausgepasst
00:17:29: hat.".
00:17:30: Und wenn wir jetzt in die heutige Zeit springen, auch heute wollen viele Model werden.
00:17:36: Ein Modellcasting vor allen Augen ist die Show Germany's Next Topmodel.
00:17:40: Sie waren dort vor wenigen Monaten Gastjurorin?
00:17:43: Warum und wie haben sie das erlebt?
00:17:46: Ja also Heidi hat mich schon über die letzten weiß ich nicht viel Jahre immer wieder angefragt.
00:17:52: Ich konnte mir das immer nicht so vorstellen weil wenn ich meine eigene Geschichte die Entdeckungsgeschichte meiner Kolleginnen, meiner Ära anschauen.
00:18:05: Dann war das eigentlich unisono immer so dass das irgendwie in einem Café war oder auf der Straße.
00:18:11: man angesprochen wurde von Menschen die für Agenturen nach jungen Talenten gesucht haben.
00:18:18: mit sechzehn wurde ich dann das erste Mal angesprochen und altern in regelmäßigen Abständen.
00:18:25: Mit neunzehn hat mich ein Scout nach Paris geholt, so habe ich angefangen zu arbeiten als Model.
00:18:33: So war für mich immer die Vorstellung, dass muss eigentlich von Natur aus passieren.
00:18:38: Wenn man auserwählt ist, Model zu werden, passiert es auf natürliche Art und Weise.
00:18:45: Bei dieser Staffel, diese Saison hat Heidi oder auch ihr Team an sich eben Gedanken gemacht, ja wie können wir es jetzt für Dinalia so machen?
00:18:56: Dass sie da sich emotional mit irgendwie verbinden kann und da hatten die tolle Idee dass Sie ein Fotoshooting machen im Stile von Peter Lindberg.
00:19:06: Das war ein Fotograf mit dem ich unheimlich gerne gearbeitet habe.
00:19:09: Er war auch Partnerunkel meiner ältesten Tochter.
00:19:13: Ja und dann hab' ich gedacht wenn mir jetzt so dermaßen die Hand gereicht wird, dann will das vielleicht auch der liebe Gott.
00:19:21: Dass ich den jungen Anwärterinnen aus eigener Kraft und aus freiem Willen in diesen Beruf streben wollen, dass ich vielleicht ihn helfen kann mit Rat und Tat irgendwie zu unterstützen.
00:19:34: Und deswegen habe ich mich dieses Mal dafür entschieden, mitzumachen.
00:19:39: Ob bei der Show oder im Modelberuf selbst, der Mensch Dabei immer beurteilt nach seinem Körper und es werden teils harte Urteile gefällt.
00:19:47: Wie haben Sie selbst so etwas im Laufe Ihrer Arbeit erlebt?
00:19:51: Und wie kamen Sie damit klar?
00:19:53: Da muss man natürlich sagen, dass das ein Unterschied ist, ob das eine Unterhaltungssendung ist, wie auch ein Wettbewerb oder ... die reale Welt des Models.
00:20:03: Klar gibt es die Kritik, zum Beispiel wenn man bei einem Casting ist auch als ich angefangen habe zu modeln da hab' ich zum Teil zehn Castings an einem Tag gehabt und hab natürlich nicht jeden Job bekommen Und das ist natürlich dann auch eine Art von Kritik.
00:20:19: Man wird halt nicht wieder angerufen, aber es ist natürlich so dass im realen Leben dann niemand einem sagt ja du bist hier zu groß, du bist so dick, du bis zu dünn oder so sondern ich habe das eigentlich immer für mich so gesehen aus professioneller Sicht.
00:20:37: die haben halt gerade einen anderen Typ gesucht.
00:20:39: man muss natürlich auch lernen ein dickes Fell zu bekommen und das nicht alles immer persönlich zu nehmen.
00:20:46: Bischof Kulgraf als Model im Rampenlicht zu stehen, davon träumen einige junge Menschen und tun vieles dafür.
00:20:54: So ein Traum kann aber ja auch stellvertretend stehen.
00:20:58: Vielleicht hat die Jugendliche der Jugendliche die Sehnsucht anerkannt und geliebt zu werden?
00:21:04: Vielleicht hat das Mädchen der Junge Freude daran etwas zu präsentieren vor Publikum zu sprechen?
00:21:10: Welche Angebote finden junge Menschen bei der Kirche um sich zu orientieren?
00:21:16: oder sich auszuprobieren?
00:21:18: Ich glaube, dass da unsere Jugendarbeit in den Verbänden etwas sehr wichtig ist.
00:21:22: Ich denke aber auch zum Beispiel bei mir fing es an... Also ich hatte jetzt nie das Ansinnen, also Model zu werden, das hätte auch irgendwie nicht funktioniert, glaub' ich.
00:21:31: Aber ich sag mal der Ministranzen!
00:21:34: Naja, also mittlerweile bin ich da auch etwas erlüchtert.
00:21:40: Ich sag mal, der Ministrantendienst ist ja auch etwas man steht in der Öffentlichkeit.
00:21:44: Man wird wahrgenommen und der Pfarrer sagt uns immer ihr müsst euch anständig verhalten.
00:21:48: Ihr seid auf Vorbild für die Gemeinde.
00:21:50: Die schauen genau auf euch.
00:21:52: Und wenn ihr nicht ruhig seid oder wenn ihr Faxen macht dann strahlt die Unruhe auch auf die Gemeinden aus.
00:21:57: also das war schon glaube ich so der Wunsch etwas zu sein, etwas zu gelten.
00:22:02: Auch Verantwortung zu übernehmen Anerkennung zu bekommen etwa als Gruppenleiter.
00:22:07: da gibt es schon eine ganze Menge Möglichkeiten Und das ist natürlich auch Ziel einer Pädagogik, auch in den Jugendverbänden der Kirche.
00:22:15: Dass jugendliche Starke macht werden selbstbewusste Menschen sind und ja und auch selbstkritisch sind oder werden gegenüber Ansprüchen die andere an mich stellen da auch mal Nein sagen zu dürfen.
00:22:27: also es geht wirklich um Selbstbewusstsein und Persönlichkeiten und ich glaube dass wir da eine ganze Menge wirklich leisten können und auch leisten.
00:22:34: Das finde ich sehr wichtig und sehr gut, was Sie gerade gesagt haben.
00:22:38: Dass man versucht den jungen Menschen die Selbstbewusstsein auch beizubringen, auch mal Nein zu sagen weil das ist glaube ich etwas, was so in meiner Generation auch einem schwer gefallen ist.
00:22:51: also Ich habe oft auch Sachen gemacht und hab immer Ja gesagt wo ich dann im Nachhinein aufgedacht habe naja das hätte ich jetzt lieber nicht machen wollen.
00:23:00: es gibt dann auch Designer zum Beispiel wie Kalagerfeld, also ich habe zum Beispiel mich nie so wohl gefühlt in Unterwäsche auf dem Laufsteg oder in Bademode.
00:23:11: Das war mir zu freizügig oder zu nackt.
00:23:14: bei.
00:23:14: Kalagerfelder hat dann gesagt ja hier dann dann kommen da gibt und geben wir dir ein schönes Tug Und dann kannst du dich da so noch so reinhüllen.
00:23:21: und der hat einen Weg gefunden um mir meine Würde zu lassen.
00:23:26: und es gibt aber auch Shows wo Ich das Gefühl habe oder hatte, dass da eben für manche Models es nicht unbedingt möglich war, nein zu sagen.
00:23:40: Weil das natürlich auch karrieremäßig einen Einschnitt.
00:23:43: dann bedeutet ne?
00:23:44: Wenn man dann eben sagt nee, das ist mir jetzt zu nackt wenn man so in einem Oberteil was komplett transparent ist über den Laufsteg läuft Das ist übrigens ein Grund weshalb ich auch das schwierig fand dann später für meine Kinder, wenn die jetzt in das Model-Business so wollen.
00:24:03: Ja was... wie gehe ich jetzt damit um?
00:24:04: Wie sage ich Ihnen jetzt kannst du auch nein sagen ne?
00:24:07: Das ist nicht immer einfach!
00:24:10: Zumal die Kinder ja auch in noch einer etwas anderen Umgebung aufwachsen, auf Social Media ständig konfrontiert mit dem scheinbar perfekten Äußeren.
00:24:21: Mit scheinba großer Konkurrenz was das äußere betrifft setzt auch viele Menschen unter Druck dass sie ihren Körper verändern wollen selbst wenn es die Gesundheit gefährdet.
00:24:32: Was sagen Sie dann zu Ihren Kindern damit sie vielleicht nicht sich in eine falsche Richtung entwickeln, sondern in eine gesunde gute Richtung.
00:24:43: Interessanterweise
00:24:44: also ich glaube das finden viele jetzt komisch was ich sage.
00:24:47: aber ich habe meinen Kindern früher nie erzählt was ich beruflich gemacht habe.
00:24:53: deswegen ich hab mich ja auch lange aus dem Model ist zurückgezogen und ich habe kaum noch etwas gearbeitet.
00:25:01: Zum einen, weil ich nicht wollte, dass sie mit mir als Prominente groß werden.
00:25:04: Sondern ich hatte mir gewünscht, dass Sie mich als Mutter sehen und man einfach ein ganz normales familiäres Verhältnis zueinander hat.
00:25:14: Und das andere war eben, dass ich nicht willte, dass die schon sehr frühzeitig mit diesen Schönheitsidealen konfrontiert werden.
00:25:23: Ich habe halt versucht, sie ein bisschen von diesem... Druck fernzuhalten, zum Beispiel besonders dünn sein zu müssen.
00:25:31: Weil ich das in der Zeit lang halt als sehr extrem empfunden habe.
00:25:37: Als sie dann in der Schule waren fing es dann eben auch an dass dann Eltern mich erkannt haben und dann
00:25:44: in
00:25:45: Klarbode was ich gemacht habe.
00:25:47: früher und dann ist diese Welt auch auf sie eingebrasselt sozusagen.
00:25:52: Und mit dem Internet ab einem bestimmten Alter wird es natürlich schwierig, aber ich halte das schon für sinnvoll wenn man sich bei dieser Debatte auch nochmal Gedanken macht wie es jetzt auch in anderen Ländern der Fall ist ob man nicht Smartphones wirklich oder soziale Medien wirklich für unter vierzehn- oder unter sechzehnjährige oder so verbietet weil Da so merkwürdige Einflüsse auf die Kinder einwirken, ob es jetzt Schönheitswahn ist.
00:26:22: Aber auch Aggressionen und Sozialverhalten untereinander was ich als hochproblematisch ansehe.
00:26:30: Da würde ich mir schon wünschen dass nicht nur die Eltern alleine sich da immer mit beschäftigen müssen sondern das man vielleicht vom Gesetzgeber sich doch auch etwas überlegt.
00:26:40: Lassen Sie uns noch mal über den Glauben sprechen?
00:26:43: Heute leben Sie in Dresden mit Ihrer Familie und in Begleitung ihrer zweitjüngsten Tochter, haben sie zur katholischen Kirche gefunden.
00:26:51: Wann genau haben Sie gespürt hier Gehörchen?
00:26:55: Ja das war sehr interessant.
00:26:56: also ich bin evangelisch erzogen worden obwohl ich nicht getauft wurde.
00:27:01: aber meine Mutter wollte auch oder glaube in Berlin gab es sowieso immer Religionsunterricht und das war in Berlin vorwiegend dann evangelische Religions Unterricht.
00:27:12: Ich konnte mich damals noch nicht entscheiden, einzutreten in die Kirche.
00:27:15: Weil eben mein soziales Umfelder sehr kritisch war und meine Mutter hat uns auch nicht tausen lassen weil sie wollte dass wir erstmal mit den unterschiedlichen Glaubensrichtungen beschäftigen bevor wir dann in eine Kirche eintreten Und mein Mann ist katholisch.
00:27:34: und hier in Dresden an der Grundschule gab es die Möglichkeit das man auch katholischen Religionsunterricht hat.
00:27:41: Da habe ich gesagt, du, das kannst du auswählen.
00:27:44: Ja also ist dann unsere Tochter in den katholischen Religionsunterricht gekommen.
00:27:50: Wir haben viel auf dem Heimweg oder auf dem Weg zur Schule eben über Religion gesprochen auch mit ihren Klassenkameraden die dann manchmal denselben Heimwerk hatten und die hat man manchmal Ethik-Unterricht.
00:28:05: Dann kam es dann zu solchen Aussagen wie, ja sag mal warum glaubst du denn an so einen alten Mann mit einem weißen Bart der da oben im Himmel sitzt und solche Sachen.
00:28:18: Und das war irgendwie lustig halt oder auch schön sich dann eben mit den Kindern über den Glauben auszutauschen?
00:28:28: Und nach zwei Jahren hat sie gesagt, ja, die würde sich eigentlich gerne tausen lassen.
00:28:35: Haufen lassen möchtest, dann würde ich vorschlagen gehen wir Sonntags in die Kirche zusammen und also ich begleite dich da auch gerne wenn du dann Fragen hast oder so.
00:28:46: Und dann war das eigentlich für mich ja wie so eine Erweckungsgeschichte wirklich fast nennen.
00:28:54: Das war im Grunde schon direkt bei der ersten Messe dass ich da gesessen habe und das Gefühl hatte nur für mich irgendwie spricht.
00:29:06: Oder sagen wir es so, die Zitate oder die Stellen aus der Bibel haben so eine Verbindung gehabt zu meinem eigenen Leben oder zu meiner Situation oder meinen Problemen, den ich da in dem Moment hatte dass ich eben dieses Gefühl hatte das wirklich wie Gott der durch den Fahrer mit mir spricht so eine Situation ist.
00:29:31: und Und es war dann auch so, dass ich weinen musste und so war das im Grunde fast jeden Sonntag.
00:29:41: Als ich die Geschichte von dem Heiligen Stefan ... Ich glaube, er ist der Märtyrer gewesen, genau, und ihm im Grunden der Ausweg aus dem Tode aufgezeigt wurde.
00:29:56: Du kannst ja auch das Verleugnen, dass du an Jesus glaubst und er dann gesagt hat nein ich muss Zeugnis ablegen, dass ich an Jesus glaube.
00:30:05: wenn ich ihn jetzt verraten würde dann könnte ich damit nicht leben.
00:30:10: und da habe ich für mich auf einmal gemerkt Ja!
00:30:15: Ich glaube an Jesus, ich glaube an Gott sowieso aber eben auch an Jesus Zeugnis ablegen.
00:30:26: Wenn ich wirklich an Gott glaube, das war das erste Mal, dass ich dieses Gefühl hatte nur daran zu glauben.
00:30:33: Das ist etwas, was mein privates Gefühl oder meine private Verbindung zu Gott oder Jesus ist.
00:30:43: aber der Sinn in einer köchlichen Gemeinde Mitglied zu sein ist eben auch die Außenwirkung, dass ich zeige.
00:30:54: Ja!
00:30:57: Ich glaube an die heilige katholische Kirche und den Heiligen Geist und an Jesus.
00:31:05: Deshalb wollte ich mich dann taufen lassen weil ich das wichtig fand.
00:31:09: Ich glaube, dass das zunehmend eine Bedeutung haben wird, dass Menschen so eine Art Erweckung wie Sie es genannt haben in Ihrem Leben erfahren selbst die, die getauft sind.
00:31:22: Weil das ja auch oft ich sage mal erst einmal eine äußere Erfahrung ist.
00:31:26: Ich bin getauft aber nicht sozusagen in diesem Glauben den sie auch so geschildert haben sondern diese persönliche Zuwendung zu Gott oder dieser Erfahrungen.
00:31:36: ich bin von diesem Gott auch geliebt getragen.
00:31:38: Das ist hier nochmal eine andere weiterführende Erfahrung und das haben ja manche Menschen auch.
00:31:43: Sie haben einen heiligen genannt Aber es gibt glaube ich viele große Persönlichkeiten auch in der Geschichte eigentlich erst durch so eine Art Erweckung dann begonnen haben zu glauben und zwar in einer Öffentlichkeit auch zu sagen, ich will meinen Glauben auch öffentlich leben.
00:31:58: Denn Christlicher Glaube ist nicht nur etwas Privates er ist etwas sehr Persönliches aber er ist nicht privat sondern er gehört auch letztlich in die Öffentlichkeit weil er auch Gesellschaft verwandeln will verändern will und vielleicht ermöglicht das auch anderen Menschen noch einmal selber über solche eigenen Zugänger nachzudenken.
00:32:17: Ich glaube dass Wenn wir heute über die Frage sprechen, wie kann man Glauben weitergeben?
00:32:23: Dass am besten über solche persönlichen Glaubenserfahrungen und Glaubensgeschichten geht.
00:32:28: Und nicht nur über Theorie wo ich jemandem etwas über Gott oder über Jesus erzähle.
00:32:33: Ja, also ich muss auch sagen mir fehlen natürlich die richtigen Worte weil ich noch nicht so lange in der Gemeinde bin.
00:32:39: Ich merke das immer wieder dass bei bestimmten Ritualen dieses eingefleischte fehlt man muss sich hinknien und so da beobachte ich dann schon immer die Gemeinde.
00:32:50: Aber ich finde es schon auch spannend oder ich fand das sehr interessant.
00:32:54: Mein Fahrrad hat dann auch gesagt, ja also kommen Sie jetzt dazu?
00:32:56: Weil eigentlich treten ja alle aus der Kirche geradeaus und ich hatte natürlich auf viele kritische Fragen so was eben den Missbrauch angeht und so.
00:33:05: aber Ich habe dann eben gemerkt durch die Predigten dass was was mir der Glaube gibt Und auf die Gemeinde also Die Gemeinde ist mir gegenüber So offen gewesen liebevoll, nicht verurteilend oder beurteilnd.
00:33:24: Das fand ich sehr ja liebevoll und das war im Grunde das was für mich der Kern des Christentums oder der Lehre Jesus auch war dass mich da so tief auch berührt hat, dass sich das Gefühl hatte hier habe ich meine Heimat!
00:33:40: Dass es gar nicht umgeht so intellektuell vielleicht irgendwelche Sachen begründen zu können sondern dass es auch in Ordnung ist wenn man seinem Gefühl nachgebt und sagt, ja ich spüre hier dass es mir gut tut.
00:33:54: Ich spüre das wenn ich in den Gottesdienst komme und die Messe abgehalten wird und ich jedes mal dann auch bestärkt werde oder nochmal erinnert werde auf meinen Weg das zu teilen mit anderen Christen und in der Kirche beim gemeinsamen Gebet bei der Messe.
00:34:14: Das verstärkt das alles und hilft mir Persönlich.
00:34:19: Ja, Sie haben im Grunde durch Ihre eigene Erfahrung etwas gesagt was glaube ich für das Christentum wirklich zentral ist nämlich dass eine ist die persönliche Erweckung der persönlichen Zugang zu Gott.
00:34:31: aber Ich kann im letzten nicht Christ sein ohne wirklich diese Gemeinschaftserfahrungen und Das ist ja auch für den Sinn von Taufe.
00:34:38: man wird hineingenommen in eine Gemeinsschaften und wird hineinggenommen in eine Beziehung Und also man macht es am Ende nicht nur mit dem lieben Gott für sich aus sondern Es ist auch eine Hilfe, Glaubensgeschichten anderer wahrzunehmen.
00:34:50: Oder ich sag auch manchmal es ist notwendig dass meine Glaube manchmal korrigiert wird durch Glaubenserfahrung anderer oder erweitert wird vielleicht auch so also das sich andere Glaubenzzugänge entdecken weil Gott ja immer größer ist als meine ganz eigene Glaubenerfahrungen.
00:35:04: und deswegen ist für mich seit jetzt habe ich früh angefangen tatsächlich mit Kirche zu befassen aber Kirche hab ich tatsächlich als hilfreich erlebt.
00:35:15: Und heute auch, Sie haben das Thema missbauen und es gibt für mich auch andere unerfreuliche Themen aber diese Themen helfen mir noch mal neu zu verorten in meinem Glauben.
00:35:26: Auch nochmal neue Zugänge zu finden für mich persönlich aber dann eben auch für eine Gemeinschaft und das halte ich für sehr wichtig.
00:35:35: Frau Aumann wie hat denn Ihre Familie reagiert?
00:35:38: Mein Mann!
00:35:39: hat sich natürlich gefreut.
00:35:41: Wir hatten mit der katholischen Kirche etwas gehadert, weil ich schon mal verheiratet war und geschieden und mein Mann hätte sich sehr gewünscht dass wir noch einmal kirchlich heiraten und das wurde uns verwährt und da ist er eben aus Wut darüber ausgetreten aus der kartholischen kirche.
00:36:01: Wir hatten oft auch Diskussion, das muss ich wirklich auch dazu sagen.
00:36:05: Warum keine Frauen Priesterin sein können?
00:36:08: Also es gab schon viele Themen die mich gerade eher abgehalten haben von der katholischen Kirche.
00:36:15: Ich hab immer gedacht, wenn dann wahrscheinlich eher evangelisch Aber diese Erfahrung in der Messe auch dieses retroalisierte Winknien Beirauch All das war für mich wie so ein... Man hat so das Gefühl man kriegt eine Verbindung zur Vergangenheit.
00:36:32: Und das ist wie so eine Brücke und es hilft einem fast wie in einer Meditation zu beten oder sich zu verbinden mit dem spirituellen, also ich bin eher ein spiritueller Mensch.
00:36:45: Ich glaube dass wenn man evangelisch ist, ist das alles so ein bisschen nüchterner sagen wir's so.
00:36:49: Also so ist jetzt mein leinhafter Eindruck dazu aber ich habe das Gefühl, dass es katholischer ein bisschen mystischer vielleicht noch ist Und ich wollte ja noch erzählen, genau.
00:37:02: Ich hab meinen Vater, der da noch gelebt hat und meinen Schwester eingeladen.
00:37:06: Meine Mutter war leider schon tot.
00:37:09: Die wollten nicht kommen, weil für die das vollkommen unverständlich war, dass ich mich taufen lasse.
00:37:17: Das war im Grunde als ob ich mein Outing gehabt hätte in einer Zeit, als das noch in den Achtzigern oder so problematisch war.
00:37:29: dass nicht so mit mir unabhängig davon, ob sie selber daran glauben.
00:37:35: Man kann ja trotzdem sich mit freuen!
00:37:37: Wenn jemand da seinen Heil findet dann ist das für mich auch egal.
00:37:42: Also kann ich mich trotzdem freuen?
00:37:44: Ich würde jetzt auch nicht irgendjemanden bekehren wollen.
00:37:47: wenn jemand sich mit mir in den Austausch begibt und vielleicht dann sagt auch Mensch finde ich auch interessant freue ich mich natürlich darüber.
00:37:54: aber das ist nicht das was ich erwarte Und das war für mich schon ein bisschen traurig.
00:38:25: überall die Schönheit der Schöpfung zu sehen, weil klar gibt es auch immer parallel auch Negatives.
00:38:32: Aber ich versuche meinen Fokus auf das zu lenken was positiv ist und ja das tut mir persönlich gut Und wir versuchen auch regelmäßig in die Messe zu gehen Was sie aber leider nicht jeden Sonntag schafft.
00:38:46: Also ich glaube dass das was Sie gesagt haben Dass das wirklich beten ist.
00:38:50: Ja das ist hier nicht nur dass man Texte sagt oder Texte spricht, die man kennt.
00:38:55: Sondern dass man das, was man ... Dass man sein Leben in Verbindung mit Gott bringt und das kann die Schöpfung sein, der Dank für das Essen sein, das kann etwas sein, was ich beobachte und worüber ich mich freue vielleicht aber auch ärgere Frage.
00:39:09: all das ist letztlich gebet.
00:39:11: wenn ich das so als Ausdruck auch meiner Gottesbeziehung sehe da bin ich fest überzeugt.
00:39:16: ja
00:39:17: vielen
00:39:17: herzlichen dank dass Sie Ihre Erfahrung mit uns geteilt haben.
00:39:20: Natja Auermann
00:39:22: sehr gern
00:39:23: Ja, ich danke auch sehr herzlich und auch Frau Schneider.
00:39:26: Danke ich sehr herzlich!
00:39:27: Auch Ihnen Bischof Kulgraf vielen Dank.
00:39:29: wir bedanken uns fürs Zuhören für Rückmeldungen fürs Teilen mit anderen so dass noch mehr Menschen unseren Podcast kennenlernen auch unsere vorigen Folgen zu verschiedensten Lebensfragen.
00:39:39: die Auswahl ist groß im Sommerzeit sich die passenden auszuwählen und anzuhören.
00:39:45: Dieser Staffel möchten wir gerne auch dem ganzen Team danken.
00:39:50: Der Technik, Naruto Media Koordination Absprachen und Vorbereitungen Frau Dr.
00:39:57: Anette Wieshäu
00:39:58: den Mitarbeitenden der Akademie des Bistums Mainz und der Medienarbeit sowie dem Team im Beschiffshaus.
00:40:06: unsere neue Staffel startet Mitte September.
00:40:10: in diesem Sinne schöne Sommertage und eine gute Zeit.
00:40:15: Das war Lebensfragen.
00:40:17: Menschen im Gespräch mit Bischof Peter Kohlgraf und Anja Schneider, der Podcast aus dem Bistum Mainz.
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